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Folley: Kenotaph für R.L. 
“dusk and dawn look just the same”,
PiK Deutz
10.2019

Äste, Jersey
(LxBxH) ca. 1,55 x 0,25 x 1,15 m

Die Ausstellung Dusk and Dawn look just the same widmet sich unserer Gegenwart als ein ambivalentes Momentum. Durch das Prisma der Melancholie fächert sich in den Werken ein Stimmungsbild auf, das einen Zustand des Schwebens, des richtungslosen Verharrens im Augenblick erfahrbar macht. Dabei stehen politische und wirtschaftliche Krisen als Ursachen dieser Verfasstheit e
benso im Fokus der Ausstellung wie die zunehmend digitale Vermittlung und Erfahrung unseres Alltags.
Die Verlagerung der gesellschaftlichen Verantwortlichkeit auf das Individuum scheint uns in den Glauben zu versetzen, den Herausforderungen der Zeit nunmehr autark begegnen zu müssen. Die Unfähigkeit, dieser Aufforderung Folge zu leisten und unmittelbar zu handeln, ruft indes Resignation hervor. Zurück bleibt ein überfordertes Subjekt, das eine Gegenwart entwirft, die mit Sehnsucht aufgeladen ist, sich jedoch kaum noch in die Zukunft projizieren lässt. Jener Moment des Stillstands soll jedoch nicht nur als ein Rückzug in die Lethargie verstanden werden, in ihm vermag das Subjekt zeitgleich in einen Prozess der Reflexion einzutreten, der ein Aufbegehren erneut vorstellbar macht.

dusk and dawn look just the same, mit Sanna Helena Berger, Betrand Flanet, Flaka Haliti, Manolis D. Lemos, José Montealegre, Britta Thie, Simon Wienk-Borgert & Sophie Isabel Urban, Malte Zenses.
curated by Layla Burger-Lichtenstein, Susanne Mierzwiak, Kerstin Renerig

“The work, realized especially for the exhibition, builds in their long-standing interest in the concept of folley: an architectural term for useless and eccentric ornamental buildings in garden art. while many follies of the romantic landscpae garden in the 18th century were built as an artificial ruin, the construction of branches and jersey ribbons, tied together, directs the eye to a real landscpae of ruins. By looking closer, the knotting of the wooden fragments results in the term “Belvedere” (literally “beautiful view”), a cynical commentary on the exhibition site, and a symbolic image for the draft of a new beginning. At the same time, cenotaph, as part of the work’s title (an empty tomb serving as a place of mourning), refers to the uncertainty of this draft.”

Text: Susanne Mierzwiak




Installationsansichten von Mareike Tocha und Simon Wienk-Borgert

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