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Schleuse
02.2017
Rundgang Kunstakademie Düsseldorf
vor R.108


Durch die Fenster langer Flure wirft das Licht ein Raster aus Schattenlinien und hellen Flächen. Vor Raum 108 der Düsseldorfer Kunstakademie wandert dieses Wechselspiel aus Hell und Dunkel langsam über die Holzwände der Schleuse hinweg. Die unbehandelten Platten aus Spanholz wirken zu gleichen Teilen empfindlich als auch emotionslos und wehrhaft.
Die Arbeit erzeugt zunächst ein Nadeloehr, verkleinert den Flur um etwa die Hälfte und ist nicht auf den ersten Blick als Einladung zu verstehen. Nur durch die Kunststoff-Lamellen des Eingangs, sowie durch die Oberlichter innerhalb der Überzuege fällt Licht ins Innere. Schleuse ist ein Zwischenraum, sie übernimmt im Durchschreiten eine vorbereitende Funktion und ist nicht eigentliches Ziel oder gar Aufentshaltsort. Dominiert wird der erste Eindruck von den langen Lamellen, die den Eingang formulieren und an industrielle Produktionsstätten erinnern.
Gewöhnen sich die Augen einmal an das schummrige Dunkel, so werden zwei Öffnungen erkennbar. Die erste führt in den Klassenraum, welcher ausschliesslich durch eine Lichtinstallation beleuchtet wird.
Der zweite Ausgang führt vor eine Wand; hier gerät man zwischen die Architektur der Akademie und der Schleuse und muss sich zwischen diesen beiden hindurchdrücken. Man geräet zwischen historisches Gemäuer und ephemere Installation, zwischen künstlerische Intention und deutsche Brandschutzverordnungen. Die Spuren des Kontakts zwischen Mensch und Architektur werden durch das matte und sensible Material lesbar.

Rohspanplatte, Holzstützen, Stahl, PVC-Lamellen

(LxBxH) ca. 6,20 x 1,50 x 3,30 m



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